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[496 Anhang.]

Zu Seite 121.

Nach Hommel sind die Namen der Planeten Merkur und Mars sowie von Jupiter und Saturn in der spätbabylonischen Zeit vertauscht worden; es soll gewesen sein die Bezeichnung

umun . pa . ud . dufrüherfürMerkur, späterfürJupiter,
gud . udJupiter, Merkur,
[Nachträge und Berichtigungen zum I. Bande. 497]
sag . uš (kaimanu)früherfürMars, späterfürSaturn,
zal . bat . a . nuSaturn, Mars.

Diese Hypothese ist von Kugler (Sternkunde u. Sterndienst in Babel, 1. Bd., S. 215—225) widerlegt worden.

Zu Seite 125.

Aus babylonischen Tafeln, welche schätzungsweise dem 8. oder 7. Jahrh. v. Chr., jedenfalls aber der Zeit vor der Zerstörung Ninives angehören, und welche beobachtete und berechnete Zeiten des Sicht­barwerdens und Verschwindens der Venus für eine Reihe von Jahren enthalten, hat G. V. Schiaparelli (Venusbeobachtungen u. Berech­nungen der Babylonier. Vorträge u. Abhandlungen, heraus­gegeben von der Zeitschrift Das Weltall, Heft 16, Treptow 1906) den Betrag von 584,021 Tagen für den synodischen Venusumlauf ermittelt. Da dieser Wert dem wirklichen sehr nahe kommt, so würde für den Lunisolar-Kalender, welcher den babylonischen Zeitangaben notwendig zugrunde liegt, sich die Folgerung ergeben, daß die babylonischen Astronomen des 7. oder 8. Jahrh. v. Chr. schon die Länge des mittleren synodischen Mondmonats ziemlich genau gekannt haben müssen, oder in ihrer Zeitrechnung hätten anwenden können. — Über die Ent­wicklung der babylonischen Astronomie s. auch die beiden Auf­sätze von G. V. Schiaparelli: I primordî dell' astron. presso i Babilonesi und I progressi dell' astron. presso i. Babil. (Scientia, Rivista di scienza, Bologna, vol. III 1908 no. 6 u. vol. IV 1908 no. 7).

Zu Seite 130.

Zeile 9 v. o. Über die Bedeutung gewisser babylonischer, auf sexagesimaler Grundlage entwickelter Zahlen als Zeitmaße s. die Ver­mutungen von H. V. Hilprecht, The Babylonian Expedition of the University of Pennsylvania, Ser. A vol. XX part 1. Philadelphia 1906, S. 11—34.

Zu Seite 131.

Nach Kugler (Sternkunde u. Sterndienst in Babel, 1. Bd., S. 62) bestand zur Zeit des Kambyses vermutlich ein 8jähriger Schaltzyklus, in der früheren Zeit ein (allerdings noch bezweifelbarer) Zyklus von 27 Jahren (a. a. O. 47) [s. die nächste Note].

Zu Seite 134.

Zeile 12 v. o. Zu den dort angezeigten babylonischen Schalt­jahren aus der Zeit der Seleukidenära kommen nach den neuen (zur­zeit noch nicht sämtlich veröffentlichten) Ergebnissen von Kugler

Ginzel, Chronologie II. 32

[498 Anhang.]

(Sternkunde u. Sterndienst in Babel, 1. Bd., S. 209—214) noch die folgenden, entweder inschriftlich direkt, oder sonst als sicher nach­gewiesenen Schaltjahre:

Schaltjahre der Seleuk.-Ära (1 = 311 v. Chr.)
13180 129191224
43488 *132194*227
73991 161197229
945*94 *170199232
125099 172202235
15*56110 175205237
1858*113 178213240
2064115 180216*246
2372123 183218248
26*75126 186221251





254

Der Schaltmonat ist bei den mit * bezeichneten Jahren der Ululu II, bei den übrigen Jahren der Addaru II. Von den folgenden Jahren der Seleuk.-Ära (welche ebenfalls Schaltjahre waren) ist der Schalt­monat noch nicht bekannt, jedoch war es vermutlich der Addaru II:

85134
118243
121262

Von den oben genannten Jahren ist eine größere Zahl als gewesene Schaltjahre zweimal nachweisbar, einige können auch dreimal belegt werden. Kugler zieht aus der Gesamtheit der ermittelten Schaltjahre den Schluß, daß in der Zeit der Seleuk.-Ära ein 19jähriger Zyklus mit 7 eingelegten Schaltjahren gebraucht worden ist, in welchem jedes 1., 4., 7., 10., 12., 15. und 18. Jahr ein Schaltjahr war, und zwar schob man in den ersten 6 dieser Schaltjahre einen Addaru II, im letzten Schaltjahre einen Ululu II als Schaltmonat ein. Dieser 19jährige Schaltzyklus scheint 381 v. Chr. in Gebrauch gekommen zu sein. Vorher und zwar etwa von 534 v. Chr. gebrauchte man eine Oktae­teris, in welcher das 2., 5., 8. Jahr ein Schaltjahr war. In der altbabylonischen Zeit, vor dem 6. Jahrh. v. Chr. gab es überhaupt noch keinen festen Schaltzyklus, sondern die Schaltung geschah sehr wahrscheinlich nach Bedarf (Kugler a. a. O. II, 1. Teil, 1909, S. 191). Zu den in unserem Buche (I S. 133) inschriftlich nachgewiesenen Schaltjahren des 6. und 5. Jahrh. v. Chr. kommen jetzt noch folgende hinzu (s. Kugler; a. a. O. II 1, 1909, S. XII und F. H. Weissbach, Zum babyl. Kalender, Hilprechts Anniversary, volume 1909 S. 284—285):

[Nachträge und Berichtigungen zum I. Bande. 499]
563v. Chr.455v. Chr. }Das Jahr * mit einem Ululu II
503433
498*425
490419


414

Die Bedeutung einiger altbabylonischen Monatsnamen aus der Zeit Sargons und Dungis (s. I S. 114. 115) hat Kugler (a. a. O. II 1 S. 176—182) erklärt:

  1. GAN-MAŠ = August oder Juli. Zur Zeit der Dynastie Ur
    Anfangsmonat des bürgerlichen Jahres.
  2. GUD-DU-NE-SAR-SAR = Monat des Pflügens, September.
  3. NE-ŠU = Oktober.
  4. ŠU-KUL = Sämonat, November.
  5. DIM-KU = Dezember.
  6. DUMU-ZI = Januar (Monat der Gottheit dumu-zi).
  7. DUN-GI = Februar = ITU-UR (älterer Name).
  8. BA-U = März (Monat des Festes der Baú zur Zeit der
    Könige von Lagaš Anfangsmonat des Jahres).
  9. MU-ŠU-UL = April (Aufsteigen des Jahres).
  10. AMAR-A-A-SI = Mai.
  11. ŠE-KIN-KUD = Erntemonat, Juni.
  12. ŠE-IL-LA = Juli.
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