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[52 VIII. Kapitel. Zeitrechnung der Juden.]

§ 147. Die Sabbatjahre und die Feste in der zweiten Periode.

Es wurde schon früher (§ 142) bemerkt, daß die 50jährige Jobel­periode keine ursprünglich mosaische Einrichtung, sondern vermutlich eine Erfindung späterer Zeit ist und daß die faktische Feier der Periode in der Zeit nach dem Exil nicht nachgewiesen werden kann. Die von den älteren Chrono­logen gemachten Versuche, die Jobeljahre auf die spätere Zeit auszudehnen, haben bloß theoretisches Interesse. Dagegen setzen die talmudischen Autoritäten sowohl das Sabbat- wie das Jobeljahr in die älteste Zeit, entweder in die Zeit des Beginns oder des Endes der Besitz­ergreifung von Kanaan. Das erste Sabbat­jahr sei im 21. Jahre nach dem Einzug in Kanaan gewesen, die Folge der Sabbatjahre sei aber mehrere Male, wie unter Salmanassar und durch die Tempelzerstörung (Exil), unterbrochen worden. Die Talmudisten rechnen sowohl das Sabbatjahr wie das Jobeljahr vom

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Herbst zum Herbst (1. Tišri): in den ersten sechs Jahren des Sabbatjahrs sollen die Felder im Herbst bestellt werden, von der Mitte des siebenten bis zur Mitte des achten jedoch unbebaut liegen bleiben usw. Nach Levit. XXV 8 (s. oben Anm. S. 29 Anm. 2) sollte das Jobeljahr am 10. Tišri durch Lärmblasen verkündigt werden, also wahrscheinlich an diesem Tage anfangen, jedoch werden von den Talmudisten noch die vorhergehenden 10 Tage zum Jobeljahre hinzugerechnet. — Die Feier der 7jährigen Periode der Sabbatjahre tritt, wie früher bemerkt, in der zweiten Epoche der jüdischen Zeitrechnung wieder auf und erhält sich, wie aus den Makkabäer­büchern, aus den Bestimmungen des Traktates Šebiith (Sabbatjahr) der Mischna und aus anderen Quellen nachweisbar ist, bis in die Zeit nach der Zerstörung des zweiten Tempels. Es können drei wirklich gefeierte Sabbatjahre an­geführt werden, und zwar:

a) 177 Seleuc. = 135 v. Chr. Der Hohepriester Simon wurde im Monat Šebaṭ 177 Sel.1 von Ptolemaeus ermordet (I Makkab. XVI 14). Johann Hyrkan belagerte gleich darauf die Feste Dagon, wo sich der Mörder aufhielt, mußte aber die Belagerung einstellen, weil ein Sabbat­jahr eintrat, in welchem die Juden zu ruhen pflegten.

b) 275 Seleuc. = 37 v. Chr. Während der Belagerung Jerusalems durch Herodes und Sosius litten die Belagerten wegen des Sabbat­jahrs solchen Mangel, daß sie sich unterwerfen mußten2.

c) 381 Seleuc. = 69 n. Chr. Als der Tempel durch Titus zerstört wurde, war nach einer Tradition des Seder Olam3 ein Sabbatjahr. Die Eroberung und Zerstörung Jerusalems fand im August bis Sep­tember 70 n. Chr. statt. Danach wäre 68/69 ein Sabbatjahr gewesen.

Hierzu kann eventuell noch das Jahr 150 Seleuc. = 162 v. Chr. als Sabbatjahr gerechnet werden, jedoch nur in dem Falle, wenn man das Seleukidenjahr im Frühling beginnen läßt (statt im Herbst). Als Antiochus Eupator und sein Feldherr Lysias die Stadt Bethzur belagerten (150 Seleuc. I Makkab. VI 20), konnten sich weder die Stadt noch die Verteidiger des Tempelberges (von Jerusalem) halten, da infolge des Sabbatjahrs keine Lebensmittel zu bekommen waren. Hier muß man annehmen, daß die Makkabäerbücher das seleukidische Jahr


1) d. h. Februar 135 v. Chr. Nach den Worten des Josephus (Bell. Jud. I 2, 4, Antiq. XIII 8, 1) könnte man annehmen, daß das Sabbatjahr erst später, 134 eintrat, indessen haben neuere Forscher dieses Bedenken beseitigt und das Sabbatjahr auf 135 gesetzt (E. Schürer, Gesch. d. jüd. Volks im Zeitalter J. Christi, 3. u. 4. Aufl., 1901, I 35 f.; Zuckermann, Üb. Sabbatjahrzyklus u. Jobelperiode, S. 38).

2) Josephus (Antiq. XIV 16, 2) Die Belagerung fällt sicher in den Sommer 37 v. Chr. (s. Schürer a. a. O. I 358).

3) ed. Meyer, S. 91; Neubauer, Mediaeval Jewish Chronicles, II, 1895, S. 66; Ratner, Seder Olam rabba, 1897, S. 147. Diese Stelle ist als „das Jahr nach dem Sabbatjahre“ zu verstehen (s. Schürer, a. a. O., I 35.)

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vom Frühjahr an rechnen. E. Schürer gibt darüber1 eine ent­sprechende Erklärung. Über andere Sabbatjahre, die mit Notständen und Teuerung in Judäa zusammen­hängen, s. Westberg, Die bibl. Chronol. nach Flav. Josephus S. 57—64. — Nach einer Hypothese Zuckermanns könnte die Zeit nach der zweiten Rückkehr des Nehemia nach Jerusalem (etwa 422 v. Chr.) der Anfangspunkt der Zählung einer neuen Reihe von Sabbatjahren gewesen sein. Ein sehr spätes Sabbatjahr zitiert Maimonides2 nach einer Tradition der Geonim und der Palästinenser: das Jahr 1486 Seleuc. (= 1174 n. Chr.) sei ein Sabbatjahr gewesen. — Die Beobachtung der Sabbatjahre ließ sich auf die Dauer nicht durchführen. Schon unter R. Jehuda hanasi (2. Jahrh. n. Chr.) soll das Sabbatjahr vernachlässigt worden sein, so daß das Patriarchat daran dachte, die Bestimmung aufzuheben. Später führte man eine teilweise Erleichterung ein, indem wenigstens der Felderanbau bis zu einer gewissen Zeit des Sabbatjahrs gestattet wurde. Ganz erlaubt werden mußte der Ackerbau im Sabbatjahre unter R. Janaï, als die Römer ohne Rücksicht auf die hebräischen Satzungen ihre Naturallieferungen verlangten.

Zu den Festen ist für die zweite Epoche der jüdischen Zeit­rechnung zu bemerken, daß die Heiligung der Neumondstage, obschon von altersher vorhanden, in der nachexilischen Zeit eine besondere Hervorhebung durch rituelle Vorschriften erfährt. Die Neumondstage sollen durch Trompetenschall angekündigt und durch Brandopfer aus­gezeichnet werden, wodurch sie einen besonderen Charakter erhalten; nur das Verbot der Werktagarbeit trifft sie nicht, um ihre Stellung zu den sonstigen Festtagen zu markieren. Diese Heiligung der Neu­mondstage hat ihre Spuren selbst noch in der späteren Zeit hinter­lassen, indem im Synagogen-Gottesdienste an diesen Tagen gewisse Gebete vorgeschrieben sind3. In der alten Epoche war der Neu­mondstag ein Freudentag der Stämme, gemeinsame Mahlzeiten wurden veranstaltet, an solchen Tagen suchte man die Propheten auf usw. In der nachexilischen Zeit deuten besonders Ezechiel, Jesaia, Hosea, Amos, Esra u. a.4 eigentliche Heiligungsvorschriften für die Neu-


1) Schürer, a. a. O., I 35. 214.

2) Igereth und Jad Hachasaka Hilchoth Šemitta wejobel, X 4. 5. 6.

3) Über diese Gebete s. Hamburger, Real-Encykl., Suppl. III, 1892, S. 95.

4) Ezechiel XLVI 1: Das Tor des inneren Vorhofs, das nach Osten gewendet ist, soll verschlossen sein während der 6 Werktage, aber am Sabbat soll es geöffnet werden und ebenso soll es am Neumondstage geöffnet werden. 2: ... es soll nicht verschlossen werden bis zum Abend. 3: Und das Volk soll anbeten am Ein­gange selbigen Tors an den Sabbaten und Neumonden vor Jahve. 4: Das Brandopfer soll am Sabbat aus 6 Lämmern und 1 Widder, 6: am Neumonds­tage aber soll es eine Farre, ein junges Tier, 6 Lämmer und 1 Widder sein. — Hosea II 13: Und ich mache all ihrer Freude, ihren Festen, Neumonden, [Fortsetzung der Fußnote]

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mondstage an; auch die Zusammenstellung der Festvorschriften in Numeri XXVIII widmet ihnen ein Kapitel. — Als neue Festtage in der zweiten Periode erscheinen neben den schon in § 143 genannten die nachstehenden:

a) פוריס Purim, Losungsfest (bisweilen Hamansfest genannt). Als Ursprung dieses Festes wurde früher die bekannte Erzählung im Buch Esther angegeben, daß der Günstling Haman die Juden im per­sischen Reich am 13. Adar habe ermorden lassen wollen, daß aber durch Esther der 14. Adar ein Tag der Freude geworden sei. Allein das Buch Esther gilt in vieler Beziehung als unhisto­risch, und es wird jetzt meist vermutet, daß das Purim ursprünglich kein jüdisches Fest ist. Fürst dachte an ein Frühlingsfest der Perser (der Name pur = Los ist persischer Herkunft), ähnliche Hypothesen machten Meyboom und Hitzig, letzterer setzte Purim = Neujahrsfest der Perser; De Lagarde leitete es von dem Ferverdagân-Fest (s. Anm. I 288 f.) ab1. Nach H. Zimmern2 ist es aber sehr wahr­scheinlich, daß das Purim zum Teil auf das babylonische Zagmuku = Mardukfest (Μαρδοχαϊϰὴ ἡμέρα, II Makkab. 15, 36) zurückgeht. Neben den biblischen Mar­dochai (= Marduk) tritt die Esther (= Ištar der Babylonier), und zwar war das Zagmuku ursprünglich ein der Ištar geweihtes Fest3, jedoch kommt auch dem Gotte Marduk ein erheblicher Anteil dabei zugute. Zimmern glaubt deshalb annehmen zu sollen, daß das Purim­fest aus einer Verbindung des babylonischen Marduk-Festes und des babyl.-persischen Ištar-Anaïtis-Sakäen-Festes hervorgegangen ist. — Das Fest fällt, in Anlehnung an die biblische Erzählung, auf den 14. Adar. Die „Fasten Esther“ am 13. Adar sind wahrscheinlich


[Anfang der Fußnote] Sabbaten und Feiertagen ein Ende. — Amos VIII 4—5: Wann wird Neumond vorüber sein, daß wir Getränke verkaufen, und der Sabbat, daß wir Korn auftun, die ihr das Maß klein und den Preis groß macht .... Esra III 5: Und danach brachten sie das beständige Brandopfer und (Opfer) für die Neumonde und für alle ge­heiligten Festzeiten ...

1) Fürst, Der Kanon des Alten Testam., S. 104; Hitzig, Geschichte Israels, I 280; De Lagarde, Ges. Abhdlgn., 1866, S. 164. Purim, ein Beitrag z. Relig.-Gesch., 1887. Mitteilungen, II 378 f., IV 147 Anm. 1. — Nach P. Haupt (Address delivered at the Annual Meeting of the Society of Biblic. Liter. a. Exeges, Newyork, 1905. Beiträge z. Assyriologie, VI) soll Purim einem altpersischen Äquivalent für das vedische purti = Portion entsprechen.

2) E. Schrader, Keilinschr. u. d. Alte Testam., 3. Aufl., 1903, 2. Abteilg., „Religion u. Sprache“, S. 516.

3) Jensen bezieht deshalb das Purim nur auf das Ištar-Fest im Monat Ab. Letzterer Monat war dem Sirius geweiht, weil in den Ab (Juli—August) der heliakische Aufgang des Sirius fiel. Das Fest wird bei den Babyloniern inschriftlich erwähnt. Ištar war die Göttin des Sirius. Bei den Parsen war Tîstar der Sirius, der Regen bringende Stern, und hat in den heiligen Schriften eine wichtige Bedeutung. (Vgl. I 282 Anm. 1 u. wegen des Sakäen-Festes I 128 Anm. 1.)

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später eingesetzt, da im Talmud noch nichts darüber gesagt wird. Am 15. Adar wird noch šušan purim, das Purim zu Susa gehalten, da die Juden ihre Rache an den Feinden in Susa noch am 14. Adar fortgesetzt haben sollen.

b) Das Fest der Tempelweihe, Chanukkah (= Einweihung) genannt, fällt auf den 25. Kislev; es ist zur Erinnerung an die Wiedereinweihung, Wiederherstellung und Reinigung des Tempels gestiftet, welche Judas Makkabaeus nach einem über die Syrer erkämpften Siege am 25. Kislev 148 Seleuc. vorgenommen hatte (I Makkab. IV 52). Das Fest wird 8 Tage gefeiert, gehört jedoch nicht zu den strengen. Bei Josephus heißt es φῶτα, das Fest der Lichter, weil am 1. Tage des Festes ein Licht, an jedem folgenden Tage eines mehr angezündet wurde1.

c) Ein der Zeit seiner Entstehung nach nicht sicher bekanntes Fest ist das Fest der Gesetzesfreude oder „Freudenfest der Thora“. Es fällt auf den 23. Tišri und schließt sich an das Stägige Laubhüttenfest an. Am Sabbat nach dem Laubhüttenfest wurde die Lesung der 54 großen Parschijoṭ (Perikopen) beendet und von neuem angefangen [s. § 158].

d) Vier Fasttage, zum Gedächtnis trauriger Begebenheiten, mit vorge­schriebener Buße, Gebet und Kasteiung, nämlich:

  1. Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar, nach Jeremia (XXXIX 2, LII 6) am 9. Tage des 4. Monats (Tammuz). Da in demselben Monat während der Belagerung am 17. Tammuz das tägliche Opfer eingestellt werden mußte, so wird „der 17. des Tammuz“ als Fasten- und Trauertag gefeiert.
  2. Tempelverbrennung. Die Zerstörung des Tempels durch Nebu­kadnezar hat nach Jerem. (LII 12) und II Kön. XXV 8 im 5. Monat (Ab) zwischen dem 7.—10. stattgefunden. Hiermit wird der Trauertag des 9. Ab verbunden, an welchem (nach dem Talmud) die zweite Zerstörung Jerusalems durch Titus begonnen hat; demgemäß Fasten des „neunten Ab“.
  3. Fasten „des Zehnten im Ṭebet“, zum Gedächtnis an die Be­lagerung der heiligen Stadt durch Nebukadnezar, welche nach Jerem. (LII 4) und mehreren anderen Quellen am 10. Tage des

1) Hochfeld (s. unter Literat. § 159 Feste) hat die wenigen über das Chanukkah vorhandenen Quellen neuerdings kritisch untersucht. Danach ist das Fest jedenfalls zur Erinnerung an die Wiederweihe des Tempels durch die Hasmonäer eingesetzt worden; anfänglich war es vielleicht nur mit Lobgesängen gefeiert. Nach dem Konflikte der pharisäischen Partei mit der hasmonäischen Königsfamilie wurde es als ein zweites Herbstfest umgedeutet und mit den Bräuchen des Laubhüttenfestes begangen, und dieser Nachahmung verdanken die Lichter des Chanukka-Tages ihren Ursprung.

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  1. 10. Monats (Ṭebet) ihren Anfang genommen hat. Dieser Fasttag hat sich selbständig erhalten.
  1. Fasten Gedaljah, zum Andenken an die Ermordung des Statt­halters Gedaljah, welchen Nebukadnezar über die in Judäa zurückgebliebenen Juden eingesetzt hatte. Die Quellen geben nur den Monat an (7. Mon. = Tišri), nicht den Tag1. Die Rabbinen setzen den 3. Tišri an.

Diesen Fasttagen gegenüber gestellt wurde im Laufe der Zeit eine Reihe von freudigen Gedenktagen, an welchen die öffent­lichen Fasten — und an einigen Tagen auch die Trauer — aufgehoben wurden. Eine alte Megillath Taanith (Fastenrolle), welche vermutlich aus dem 2. Jahrh. n. Chr. stammt, gibt 35 solcher Gedenktage an, die sich auf erfochtene Siege, auf wichtige Ereignisse aus der Zeit der Kämpfe der Makkabäer, der Bedrückung durch die Römer, der Streitigkeiten mit den Sadduzäern usw. beziehen. Nach der von Grätz gegebenen Analyse2 waren es folgende Tage: 1. und 8. Nisan, 14., 23. und 27. Ijar, 15/16., 17., 25. Siwan, 14. Tammuz, 15., 24. Ab, 7., 17., 22. Elul, 3. Tišri, 23., 25., 27. Marchešwan, 3., 7., 21. Kislev, Tempelweihe, 28. Ṭebet, 2., 22., 28. Šebat, 8/9., 12., 13., 14/15., 16., 17., 26. und 29. Adar. — Eigentümlich der alten Zeit sind die Xylophoria, Tage, an denen das Holz für den Brand­opferaltar geliefert wurde. Die Anordnung hierüber findet sich schon bei Nehemia3. Für die einzelnen Geschlechter waren bestimmte Tage vorgesehen, an welchen sie das Holz einzuliefern hatten. In der Mischna (Taanith IV 5) sind 9 Tage angesetzt: 1. Nisan, 20. Tammuz, 5., 7., 10., 15. und 20. Ab, 20. Elul, 1. Ṭebet4. Späterhin scheint der 15. Ab ein Haupttag dafür geworden zu sein, da er als ein festlicher Tag angesehen wurde5.


1) II Kön. XXV 33: Über die Leute, die im Lande Juda zurückgeblieben waren, setzte er den Gedaljahu, den Sohn Ahikams .... 35: Aber im 7. Monat erschien Ismael ... mit ihm 10 Männer; die ermordeten Gedaljahu und die Juden und Chaldäer, die zu Mizpa bei ihm waren. — Jerem. XLI 3: Da standen Ismael Sohn Nethanjas und die Männer, welche mit ihm waren, auf und erschlugen den Gedaljah ... mit dem Schwert (im 7. Monat).

2) Grätz, Geschichte d. Juden, III, 3. Aufl., 1878, Note I, S. 597—615. — Weitere Literatur über d. Megillath Taanith s. bei Schürer, Gesch. d. jüd. Volk. i. Zeitalter J. Christi, I, 1901, S. 157 (s. auch den Vortrag von M. Schwab, La Megillath Taanith [Actes du XI. Congrès intern. des Oriental., Paris 1897, IV. Sect., 199—259, Paris 1898] und dessen Quelques notes sur la Meg. Taan. [Revue des Études juives, T. XLI, 1900, S. 266]). — Eine Inhaltsübersicht gibt auch Burnaby.

3) Nehemia X 35: Und wir warfen Lose über das Bringen der Holzlieferung für das Haus unseres Gottes ...

4) E. Schürer, Gesch. d. j. Volk. i. Zeitalt. J. Christi, II, 1898, S. 261 Anm. 59.

5) Über das Holzfest am 15. Ab s. Grätz, Gesch. d. Juden, III, 1878, S. 157.

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Schließlich müssen noch die Fasttage genannt werden, welche Albîrûnî, dessen vorzügliche Kenntnis der Chronologie der Orientalen wir im I. Bande oft haben verwerten können, in seiner Beschreibung des jüdischen Kalenders gibt. Danach wurden außer den Hauptfesten zu seiner Zeit (1. Jahrtaus. n. Chr.) folgende Fasttage beobachtet: 5., 7. Tišri, 6. Marchešwan, 8. Kislev, 5., 8. und 9. Ṭebet, 5. und 23. Šebaṭ, 7. und 9. Adar, 1. und 10. Nisan, 10. und 28. Ijar, 23., 25., 27. Šiwan, 1., 25. und 28. Ab, 7. Elul. Von diesen haben sich einige noch in den späten Kalendern erhalten, wie der 7. Tišri (Fasten wegen des goldenen Kalbs), 6. Marchešwan (Fasten anläßlich der Blendung des Königs Zedekia), 7. Adar (Tod Moses') u. a.

Die Feste und Fasten, wie sie im jetzigen Kalender gefeiert werden, stelle ich im § 158 zusammen.

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